Mit mehr Ecken und Kanten kommt es daher. Das neue iPhone 12 Pro. Was sich sonst noch verändert hat habe ich hier getestet.

Mit etwas Verspätung durch die Corona Pandemie hat Apple nun doch den Nachfolger des iPhone 11 Pro auf den Markt gebracht. Das iPhone 12 Pro ist da. Auf das größere iPhone 12 Pro Max muß man ja  bis November warten. Am Design des neuen Smartphones hat Apple dieses Jahr einiges geändert. Das iPhone 12 Pro verwendet nun die Designsprache des iPad Pro und des neuen iPad Airs und hat jetzt auch eckige Kanten. Das wirkt auf den ersten Blick etwas Retro, denn das gab es ja auch schon mal in der 4er und 5er Serie. Aber wenn man das Gerät in der Hand hat, stellt man fest, ja das neue Design wirkt. Vor allem durch den glänzenden Edelstahlrahmen und das Display, dass die ganze Frontseite bis auf einen jetzt sehr schmalen Rahmen ausfüllt, wirkt das Gerät sehr hochwertig und modern. Im Gegensatz zum iPhone 11 Pro ist die Diagonale des Super Retina XDR getauften Displays auf 6.1“ angewachsen. Aber durch den minimalen Rand und das eckige Design läßt sich das iPhone 12 Pro hervorragend mit einer Hand bedienen und paßt in jede Hosentasche. Apple hat auch das Glas der Frontseite stärker gemacht, nennt es jetzt Ceramic Shield und weist eine 4x höhere Sturzfestigkeit aus. Dazu kommt noch der stabile Edelstahlrahmen und die iP68 Wasserfestigkeit. Das iPhone 12 Pro ist somit sehr gut für den harten Alltagseinsatz gerüstet. Leider ist jedoch die Rückseite nicht aus den selben bruchsicheren Glas, somit kommt man um einen zusätzlichen Schutz, zumindest der Rückseite, wieder nicht herum. Hier hätte Apple gleich Nägel mit Köpfen machen können und auch die Rückseite besser schützen können. Ansonsten gibt es aber am Design, den Materialen und der Verarbeitung des Gerätes nichts auszusetzen.

iPhone 12 Pro Rückseite

Apple iPhone 12 Pro Rückseite

Wenn wir nun schon bei der Rückseite sind, fällt auch noch die neue Farbe Pazifikblau dieses Jahr auf. Für mich sieht das blau hier sehr dezent aus, geht schon eher in grau silber über, je nach Lichteinfall. Das Kamerasystem mit 12 MP Weitwinkel, Ultraweitwinkel und Teleobjektiven sind wie schon beim 11er vorhanden, aber es kommt nun noch den schon vom iPad Pro bekannten LIDAR Scanner. Dieser dient zur räumlichen Erkennung von Objekten und Apple verwendet ihn nicht nur in AR Apps sondern auch für die Kamera und verbessert den schon vom iPhone 11 Pro bekannten Nachtmodus nochmals um z.B. Portrait Aufnahmen in der Nacht zu ermöglichen. Die Verbesserungen am Kamerasystem sind in diesen Jahr wieder wirklich merkbar, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen bekommt man hervorragende Aufnahmen.

MagSafe Ladegerät

Apple MagSafe Ladegerät

Eine weitere Neuerung ist MagSafe. Ja diese Bezeichnung hat es auch schon mal gegeben, nämlich für das magnetische Ladesystem der Macbooks. Apple hat den Namen wieder auferstehen lassen und verwendet ihn für die 12er Reihe als magnetisches Ladesystem und Halterungssystem. So gibt es den MagSafe Lageadapter, der als kleiner runder Puk daherkommt und sich magnetisch an die Rückseite des iPhones anhaftet und dieses dann kabellos mit bis zu 15W läd. Durch die genaue magnetische Plazierung soll nun der schnellere Ladevorgang mit bis zu 15W möglich sein. Und ja der MagSafe Adapter dockt sich mal gut an die Rückseite des iPhones an, fällt auch nicht ab wenn man es in die Hand nimmt und beginnt mit dem Ladevorgang. Wirklich schnell laden geht aber nach wie vor nur über ein angestecktes Kabel. Außerdem wird der MagSafe Adapter auch recht warm und Apple gibt in der Dokumentation auch an dass bei Hitzeproblemen nur bis 80% geladen wird. Bei mir lief der Ladevorgang schon bis 100% durch, für ein ganz leeres iPhone 12 Pro wird man aber doch sicher 5 – 6 Stunden laden müssen bis man die 100% erreicht hat.

Clear Case mit MagSafe

Apple Clear Case mit MagSafe

Aber MagSafe ist für Apple mehr als nur ein kabelloses Ladesystem. Auch die Cases haben die Magnete für das MagSafe System eingebaut, was man vor allem im Clear Case deutlich sieht, und es gibt auch anderes Zubehör wie ein Leder Wallet dass nun magnetisch auf der Rückseite des iPhones oder eines MagSafe Cases hält und Kreditkarten aufnehmen kann. Da wird sich ein ganzes Ökosystem an Magsafe Cases, Ladegeräten und ähnliches Zubehör in Zukunft mit dem iPhone 12 Pro verbinden können. Zum vom Apple angebotenen Clear Case mit MagSafe muss ich noch sagen mich hat das Ding nicht überzeugt, es ist ein hartes durchsichtiges Case wo ich das Problem habe, dass es so glatt ist, dass das iPhone leicht aus der Hand rutscht. Ich werde da doch wieder zu einem Silikon Case oder falls das noch kommt zu einem Leder Case wechseln.

Das iPhone 12 Pro ist nun auch das erste Gerät von Apple, dass nun auch den schnellen neuen Mobilfunkstandard 5G unterstützt. Natürlich wird das noch dauern bis die Mobilfunknetze flächendeckend diesen Standard anbieten können. Aber man ist zumindest gerüstet wenn 5G wirklich vorhanden ist. Leistungssteigerung gibt es natürlich auch wieder am Prozessor mit dem neuen A14 Bionic. Für den Anwender ist der Unterschied zum iPhone 11 Pro aber kaum merkbar. Ja die Apps öffnen sich schnell, und alles läuft flüssig, aber das war auch schon beim iPhone 11 Pro so. Wo der neue A14 aber schon was bringt ist die Möglichkeit nun Videos in Dolby Vision aufzunehmen. Das schafft aktuell nur das iPhone 12 Pro und zeigt welche gewaltige Rechenleistung im neuen Chip steckt.

Im Lieferumfang beim iPhone 12 Pro ist erstmals kein Netzteil und auch keine EarPods mehr. Apple gibt hier Umweltschutzgründe dafür an, da ja jeder sowieso schon genügend Netzteile bzw. Kopfhörer zu Hause hat. Dadurch ist auch die Verpackung deutlich kleiner und spart auch so wieder CO2 beim Transport ein.

Fazit

Apple hat mit dem iPhone 12 Pro wieder ein Gerät auf den Markt gebracht, dass mit Design und Leistung punkten kann. Für den Startpreis von 1149,- für die kleinste 128GB Version bekommt man ein tolles Gerät mit genügend Leistungsreserven für die nächsten Jahr. Display und Kamera sind herrausragend. Das MagSafe System für das kabellose Laden und magnetisch anhaftendes Zubehör bringt noch das Plus beim Zubehör.