Mitten in der Coronoa Krise bringt Apple das lange erwartete Updates des iPad Pro auf den Markt. Ich habe mir das neue 12,9“ iPad Pro angesehen und mit seinem 2018er Vorgängerverglichen.

Apple hat sich Zeit gelassen. Nachdem die letzte Version des iPad Pro mit einem völlig neuen Design im Herbst 2018 auf den Markt kam, ist die nächste Generation erst 1 1/2 Jahre später verfügbar. Die 4. Generation des iPad Pro ist da und der erste Eindruck ist, es schaut genauso aus wie der Vorgänger. Erst wenn man die Rückseite betrachtet fällt ein Unterschied auf. Die Kamera ist neu und sieht ähnlich aus wie beim iPhone 11.

iPad Pro Kamera

iPad Pro 2020 Kamera

Man hat nun, neben der bisher schon vorhandenen 12 Megapixel Weitwinkelkamera, noch eine 10 Megapixel Ultrawidewinkel Kamera zur Verfügung. D.h. wenn man in der Kamera App ist, gibt es dann ganz links einen 1x Button, der sich dann auf 0,5x ändern läßt. Damit hat man dann einen deutlich besseren Weitwinkel für das Erstellen von Fotos zur Verfügung.

Das war aber noch nicht alles was bei der Kamera neu ist. Apple hat erstmals in einem iOS Gerät den neuen LiDAR Scanner eingebaut. Damit soll das AR Erlebnis des IPad auf ein neues Level gehoben werden. Erstmals sieht das iPad seine Umgebung räumlich und kann so die Entfernung von Objekten abmessen. Das funktioniert mit einem Radar ähnlichen System. Mittels eines Lasers, welcher misst wie lange Licht braucht bis es auf ein Objekt trifft und wieder reflektiert wird, kann das Ipad die Objekte im Raum erkennen. Wie das in Zukunft, sobald es von den verschiedenen Apps auch verwendet wird, funktioniert kann man schon in der Maßband App von Apple testen. Schon beim Start der App fällt auf, dass man nicht mehr aufgefordert wird das iPad hin und her zu bewegen, damit die Oberfläche über die Kamera erkannt wird. Die App ist nun sofort bereit und Objekte, Kanten und dergleichen werden sofort erkannt und auch markiert.

Maßband App

Objekterkennung in der Maßband App

Das funktioniert wirklich überraschend gut. Ein auf dem Tisch liegendes Keyboard wird schon relativ gut erkannt und markiert. Ein weiterer Effekt, der durch diese neue Technik möglich ist, ist die Erkennung von Objekten die vor einem AR Objekt liegen. Somit kann dann in Zukunft z.B. ein Mensch der vor einem AR Objekt im Raum steht, dieses auch wirklich abdecken. Auch das kann man in der Maßband App schon erkennen, wenn man eine Linie am Boden zeichnet und dann das iPad so bewegt, dass ein Objekt im echten Raum vor dieses Objekt kommt, wird die AR Linie heller.

Maßband App

Objekt überdeckt die Maßband Linie

Von diesem neuen LiDAR Sensor kann man sich erwarten, sobald mehr Apps das neue ARKit von Apple auch verwenden, das AR am iPad Pro mehr Möglichkeiten, vom Spiel bis zur sinnvollen Anwendung, bietet und damit auch einen starken Schub nach vorne bekommt.

Damit das iPad Pro für alle möglichen Anwendungen auch genug Rechenleistung bietet, hat Apple in der 4. Generation auch einen neuen Prozessor, den A12Z eingebaut. Dieser beinhaltet nun einen 8 Kern Grafik Prozessor. Erste Benchmark zeigen jedoch, dass sich der A12Z kaum vom A12X unterscheidet. Bis auf den Grafik Bereich zeigt sich nur ein minimaler Geschwindigkeits Zuwachs im Vergleich zum Vorgänger. Im Netz wird sogar vermutet dass Apple hier nur den Namen geändert hat und die zusätzlichen Cores in der Grafikeinheit bereits im Vorgänger vorhanden waren, diese aber bisher deaktiviert waren. Eigentlich war es auch nicht notwendig dem iPad Pro viel mehr Leistung zu verpassen, die Performance war auch in der 2018er Version hier schon im absoluten Spitzenfeld. Intern hat Apple auch noch den eingebauten Arbeitsspeicher erhöht, auch das ist natürlich eine Möglichkeit die Performance des iPad Pro noch zu steigern. Auf alle Fälle ist das iPad Pro in der 4. Generation mit seiner Leistung für die Zukunft gewappnet und bietet, wie schon bisher, die Möglichkeit auch mit leistungshungrigen Anwendung flüssig zu arbeiten.

Damit sind wir aber auch schon am Ende mit den Neuerungen. Alles andere, das tolle All-Screen Liquid Retina Display mit seinen 600 Nits, ist nach wie vor eines der besten Displays auf dem Tablet Markt. Wie bisher kann man in allen Umgebungen, auch im freien, hervorragend damit arbeiten. Face Id  funktioniert gleich gut wie im Vorgänger und die 4 eingebauten Lautsprecher bieten einen immer wieder überraschend tollen Sound, den auch das Macbook Pro 16 kaum schlagen kann. Auch die Akkuleistung, Apple gibt nach wie vor 10 Stunden für Surfen im Web oder Videowiedergabe an, bieten genügend Power für einen ganzen Arbeitstag.

Nachdem Apple das Magic Keyboard für das iPad Pro, welches übrigens auch mit der 2018er Version funktioniert, erst für Mai angekündigt hat, kann man im Moment nur wieder mit dem Smart Keyboard Folio vorlieb nehmen wenn man ein Tastatur Cover für sein iPad Pro verwenden möchte. Dieses ist in Optik und Verwendung aber eine Kopie des bisherigen Smart Keyboards. Eines ist jetzt allerdings neu, es gibt endlich ein vertieftes Apple Logo auf der Rückseite. Das iPad Pro kann auch weiterhin mit dem Apple Pencil der 2. Generation verwendet werden.

Fazit

Die 4. Generation des iPad Pro ist der lang erwartete Nachfolger des Ipad Pro aus dem Jahr 2018. Die Neuerungen halten sich jedoch in Grenzen. Mit dem LiDAR Sensor hat Apple den nächsten Schritt in AR gemacht, ansonsten ist die 2020er Version aber der exakte Klon der 2018er Version.