Satte 960,- Euro Aufpreis verlangt Apple wenn man einen aktuellen Mac mini mit 1 TB SSD statt der in der Grundausstattung vorhandenen 128 GB SSD aufrüsten will. Ich habe mich gefragt ob es da nicht eine günstigere Alternative gibt und bin auf eine externe Lösung mit einer schnellen NVMe SSD gestossen.

Ob Mac mini oder MacBook Pro, bei beiden setzt Apple auf den schnellen Thunderbolt 3 (USB-C) Anschluss. Hier sind in der Theorie Datenübertragungsraten bis 40 Gibt/s möglich. Daher bietet dieser Anschluss Möglichkeiten eine schnelle SSD extern an den Mac anzuschließen, welche an die Geschwindigkeit der eingebauten SSD heranreicht und so den möglicherweise dürftigen internen Speicherplatz günstig zu erweitern. Dazu braucht man zwei Komponenten: Zuerst Mal die schnelle SSD, am besten mit NVMe über PCI Express Schnittstelle, um den Flaschenhals bei SATA zu entkommen. Hier gibt es durchaus auch schon günstige Komponenten zu kaufen. Ich habe mich für eine Intel SSD 660p 1000 GB PCI Express 3.0 M.2 entschieden. Diese ist schon zu Preisen von unter 150,- Euro zu bekommen. Natürlich gibt es hier schneller SSDs, aber für meinen Einsatzzwecke zum Speichern von Dokumenten, Bild und Videodateien sollte das mehr als ausreichend sein.

Intel SSD 660p 1 TB

Dazu braucht man dann noch das passende Gehäuse mit NVMe PCI Express Schnittstelle und USB-C Anschluss. Hier habe ich ein NVME M.2 Gehäuse von Delock gefunden welches mit USB 3.1 (USB-C) Anschluss ausgestattet ist. Da eine schnelle NVMe SSD im Betrieb durchaus heiß wird, ist das Gehäuse aus Aluminium gefertigt und mit Kühlrippen an der Oberseite ausgestattet. Der Einbau der SSD gestaltet sich schnell und einfach, eine Schraube inklusive dem passenden Schraubenzieher liegen im Lieferumfang dabei. Zur Kühlung wird auf die SSD noch ein Streifen mit Wärmeleitfunktion geklebt.

Delock externes Gehäuse USB 3.1 für NVMe M.2

Dann wird das ganze in das Gehäuse geschoben und nochmals mit 2 kleinen Schrauben befestigt. Nun ist die externe SSD einsatzbereit. Das beigelegte USB-C Kabel ist relativ kurz, die SSD muß also in unmittelbarer Nähe des Mac platziert werden. Die SSD wurde ohne Probleme von meinem Mac erkannt und mit Apples APFS Dateisystem formatiert. Nun ging es an die Messung der Lese und Schreibgeschwindigkeiten

Blackmagic Diskspeed Test

Und hier zeigt sich das erhoffte sehr gute Ergebnisse. Sowohl beim Lesen wie auch beim Schreiben erreicht man ohne Probleme mehr als 900 MB/s. Im Vergleich dazu liefert der Test auf der integrierten 128 GB SSD meines Mac mini (2018) 650 MB/s beim Schreiben und 2520 MB/s beim Lesen. Es zeigt sich also, dass die externe SSD beim Schreiben sogar schneller ist, beim Lesen natürlich deutlich langsamer. Allerdings muss man noch bedenken, dass herkömmliche externe SSD hier meist unter 100 MB/s liegen. Dabei wird die SSD wie erwartet warm, allerdings immer noch so, dass man sie ohne Probleme angreifen kann. Das sollte also im Rahmen sein.

Die Kombination von Intel 660p NVMe SSD und Delock USB-C Gehäuse bietet für knapp 200,- Euro eine deutlich günstigere Alternative einen Mac mit mehr Flash Speicher aufzurüsten wie wenn man eine größere interne SSD kauft. Die Datenübertragungsraten sind dabei in einem Bereich der bei herkömmlichen Aufgaben keine Abstriche nach sich zieht.