Apple hat das neue iPad Pro auf der Oktober Keynote in New York präsentiert. Ich habe das iPad Pro 11“ inklusive dem Smart Keyboard Folio und dem neuen Apple Pencil 2 getestet.

Apple nennt es All-Screen Design. Das neue iPad Pro 11“ besteht eigentlich nur mehr aus einem großen Touchscreen mit einem relativ schmalen Rand. Wie schon beim iPhone X/XS ist nun auch beim iPad Pro der Homebutton Geschichte und wurde durch Face ID abgelöst. Zugleich ist das neue Design des iPad Pro gekennzeichnet durch das eckige Gehäuse. Dennoch gibt es auch Rundungen. Der Bildschirm selbst hat nämlich, genau so wie auch die neuen iPhones, abgerundete Ecken. Die einzigen Tasten am Gehäuse, die es weiterhin gibt, sind der Power-Button und die beiden Tasten zur Lautstärkeregelung. Apple hat diese Tasten aber so flach designt, dass sie auf den ersten Blick gar nicht auffallen. Und obwohl man vielleicht denke könnte, dass man durch das eckige Design scharf Kanten spüren könnte, sind diese so gut abgerundet, dass sich das iPad Pro in der Hand extrem angenehm anfühlt.

Die seitlichen flachen Tasten

Face ID arbeitet, so wie man es schon vom iPhone XS gewohnt ist. Allerdings hat Apple auch hier die Schraube angesetzt und so funktioniert Face ID ganz egal wie man das iPad hält. Sowohl vertikal wie auch horizontal. Falls man die Face ID Sensoren mit der Hand verdeckt, wird ein Hinweis mit einem Pfeil eingeblendet der einen darauf hinweist. Das fehlen des Homebuttons bedeutet aber auch, dass man zur Steuerung  die gleichen Gesten wie auch am iPhone benutzen muss. Durch Streichen vom unteren Rand nach oben öffnet man aus dem Sperrbildschirm das Gerät (sofern Face ID erfolgreich war) und bei geöffneter App kommt man so auch wieder auf den Home Screen zurück. iPhone X/XS/XS Max Nutzer brauchen sich nicht mehr umgewöhnen und können beide Geräte gleich bedienen. Da die Ränder des iPad Pro doch nicht so schmal wie am iPhone X/XS sind, gibt es hier keine Einbuchtung im Bildschirm, die Sensoren verschwinden fast unsichtbar in den Rand.

Die fast unsichtbaren Face ID Sensoren

Ein weiterer gravierende Unterschied zu den alten iPads ist, dass Apple erstmalig in einem iOS Gerät, statt dem Lightning Anschluss, einen USB-C Anschluss einbaut. Über diesen wird mit dem mitgelieferten USB-C Ladegerät das iPad Pro geladen, aber man kann auch andere Dinge damit machen. So könnte man mit einem entsprechenden Kabel direkt eine Kamera anschliessen um Bild zu importieren. Oder mit einem USB-C auf HDMI Kabel direkt einen Bildschirm am iPad anschliessen. Aber auch Tastaturen oder Netzwerk Adapter sind möglich.

Für noch mehr Leistung hat Apple den neuen A12X Bionoc Chip eingebaut. Hier zeigen die Benchmark Ergebnisse kommt das iPad Pro in Leistungsbereiche die bereits den MacBooks Konkurenz machen. In der Bedienung läuft alles flüssig und schnell ab, ein wirklicher Unterschied zum Vorgänger ist aber in normalen Bereichen kaum festzustellen.

Das zugeklappte Smart Keyboard Folio

Zusammen mit dem iPad Pro hat Apple aber auch ein neues Smart Keyboard vorgestellt. Dieses nennt sich Smart Keyboad Folio und umschließt jetzt auch die Rückseite. Hier zeigt sich nun auch etwas anderes. Das iPad Pro setzt jetzt noch mehr auf Magnete. Das Smart Keyboard wird nämlich magnetisch auf der Rückseite befestigt und hält wirklich bombenfest. Das Smart Keyboard Folio wird, wie schon sein Vorgänger, direkt vom iPad über den Smart Connector, welcher sich nun auch auf der Rückseite befindet, verbunden und mit Strom versorgt. In aufgestellter Posiotion sind nun 2 unterschiedliche Positionen bezüglich des Neigungswinkel möglich und auch hier hält das iPad wieder magnetisch in der Halterung. Die Tastatur an sich ist wieder angenehm zu bedienen, die Tasten haben nun einen besseren Druckpunkt und sind auch etwas lauter. Man hat hier wirklich das Gefühl auf einer normalen Tastatur zu schreiben. Funktionell gibt es am Smart Keyboard Folio nichts zu bemängeln. Meine Kritik richtet sich da an das Design. Optisch macht das Smart Keyboard nicht wirklich was her, es sieht eher wie eine billige Plastikhülle aus. Es gibt nicht mal ein Apple Logo auf der Rückseite. Hier hätte Apple für den hohen Preis des Gerätes etwas mehr in die Optik investieren können.

Der Apple Pencil 2

Das Apple iPad Pro 2018 braucht aber auch einen neuen Apple Pencil, denn der alte ist nicht kompatibel. Der Appel Pencil 2 ist nicht mehr so lang wie sein Vorgänger und hat eine flache Seite. Damit liegt er extrem gut in der Hand. Man hat das Gefühl einen normalen Bleistift in der Hand zu halten. Ein weiteres Problem hat Apple mit dem Pencil 2 gelöst. Nämlich was macht man mit dem Stift wenn man in nicht braucht. Auch hier kommen wieder Magnete in den Einsatz. Der Apple Pencil 2 wird einfach magnetisch an der Seite des Apple angeklippt und hält  auch hier fest. Gleichzeitig gibt es hier auch gleich die nächste Verbesserung. Der Apple Pencil 2 wird nämlich dann auch gleich kabellos geladen. Das nervige anstecken am Lightning Port des iPads ist somit Vergangenheit. Aber das war noch nicht alles was Apple am neuen Pencil 2 verbessert hat. Es gibt nämlich auch noch Touch Gesten. So kann man zweimal auf den Pencil tippen und wechselt so zwischen Schreibstift und Radierer. Dies alles macht den Pencil 2, meiner Meinung, nach zum wertvollen Begleiter des neuen iPad Pro.

Fazit

Apple hat mit dem neuen iPad Pro der 2018er Generation mutig ein neues Design gebracht, dass optisch was hermacht und auch funktionell überzeugt. Mit Face ID im iPad Pro sind die Bedienung von iPhone und iPad wieder harmonisch und der Wechsel auf USB-C bietet mehr Anschlussmöglichkeiten. Das neue Smart Keyboard Folio und der stark überarbeitete Apple Pencil 2 erweitern die Möglichkeiten des iPads und magnetische Befestigung und kabellose Ladung vereinfachen die Handhabung. Einzig das Design des Smart Keyboard Folio kann mich nicht überzeugen. Weitere Kritik gibt es natürlich wieder am Preis. Mit einem Einstiegspreisen von 879,- Euro für das 64GB iPad Pro 11“ kommt man mit etwas mehr Speicher schnell in Bereiche, wo man auch schon ein MacBook bekommt. Für das Smart Keyboard Folio mit 199,- Euro und 135,- Euro für den Apple Pencil 2 legt man auch für das Zubehör noch einiges hin.