Netatmo liefert mit der Presence eine smarte Überwachungskamera für den Außenbereich, die auch gleich als Flutlicht fungieren kann. Ich habe sie ausführlich getestet.

Was erwartet man von einer Sicherheitskamera die man sich zu Hause montiert? Sie soll einfach installiert werden können, und zuverlässig über Bewegungen am Grundstück informieren. Genau das verspricht Netatmo mit der Presence. Sie soll zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen unterscheiden können und über das Smartphone eine präzise Warnung senden können. Da Netatmo gleich auch ein leistungsstarkes Flutlicht eingebaut hat, sieht die Kamera daher auch auf den ersten Blick eher nach einer Lampe aus und genau so einfach lässt sie sich auch montieren. Alles was man am braucht ist ein Stromanschluss. Über die beiliegende kurze Anleitung wird die Aussenkamera am gewünschten Ort an der Hauswand montiert. Netatmo hat die Kamera in ein stabiles Metallgehäuse untergebracht und da es sich ja um eine Außenkamera handelt, ist dieses natürlich auch wetterfest. Die Halterung ist nach oben und unten und nach rechts und links schwenkbar, damit die Kamera auch auf die gewünscht Position gebracht werden kann.

Photos: Masaki Okumura and Marion Le our

Nach der Montage und bevor man die Kamera das erste Mal mit Strom versorgt, sollte man noch die kostenlose Security App aus dem Store laden. Diese führt dann durch den simplen Einrichtvorgang. Zu beachten ist, dass die die Kamera nur mit WLAN funktioniert. Daher muß man sicher stellen, dass der WLAN Empfang am Wunschort zuverlässig rund um die Uhr vorhanden ist.

Nach dem Einrichtvorgang ist die Kamera auch schon einsatzbereit. Aller Ereignisse werden dann in einer Timeline dargestellt und zu jedem Ereignis, ob nun ein Tier oder ein Mensch erkannt wurde, lässt sich ein Video abspielen. Dabei hat das Netatmo sehr gut gelöst, indem das Video nicht erst beginnt wenn Mensch, Tier oder Fahrzeug sich bereits mitten im Bild befinden, sondern das Video beginnt bereits bevor das Ereignis entsteht. Somit kann man nicht nur sehen was eine Person oder ein Tier am Grundstück macht, sondern auch genau woher es gekommen ist. Toll finde ich es auch dass in der Timeline nicht einfach ein Snapshot vom ganzen Bild angezeigt wird, sondern das erkannte Ereignis, also z.B. das Tier, herausgezoomt wurde. Auch auf der Apple Watch wird ein entsprechender Hinweis angezeigt und auch hier sieht man den Zoom mit dem Ereignisauslöser und kann somit sogar auf dem relativ kleinen Display der Apple Watch noch erkennen um wen oder was es sich handelt. Über die App lassen sich natürlich auch die Zonen die ein Ereignis auslösen können erstellen.

Photos: Masaki Okumura and Marion Le our

Die Netatmo Presence bietet natürlich auch eine leistungsstarke Infrarot Nachtsicht. Den bereits erwähnten Flutlichtstrahler kann  man dabei so einstellen, dass er nur bei bestimmten Ereignissen automatisch eingeschaltet wird. Also z.B. nur bei Menschen oder Fahrzeugen, bei Tieren soll er aus bleiben. Das Flutlicht kann natürlich auch jederzeit manuell über die App ein und ausgeschalten werden. Das funktioniert sogar direkt auf der Apple Watch.
Die Unterscheidung zischen Menschen, Fahrzeugen und Tieren funktioniert sehr gut, bei mir kam es nur ganz selten zu falschen Meldungen.

Grundsätzlich werden alle Videos direkt auf der SD-Card in der Kamera gespeichert. Man kann aber zusätzlich noch alle Aufnahmen automatisch in einen Dropbox Account oder FTP-Server transferieren lassen.

Update vom 09. April 2018

Leider zeigte die Netatmo Presence im Langzeittest massive Probleme. Zunächst trat alle paar Tage das Problem auf, dass sich die Ereignisliste in der App und die dazugehörigen Benachrichtigungen nicht mehr aktualisierte. Erst nach einem Neustart der Kamera waren wieder alle Ereignisse vorhanden. Dann war auch immer öfter auch der Live-Stream nicht mehr abrufbar. Wenn man die App öffnete wurde schon ein altes Live-Standbild angezeigt und wenn man auf Play drückte passierte gar nichts. Dennoch dürfte die Ursache nicht etwa ein Problem mit der WLAN-Verbindung gewesen sein, denn die Kamera lies sich zumindest immer anpingen. Somit war die Kamera eigentlich nicht mehr zu verwenden, da man über Bewegungen auf seinem Grundstück nicht mehr verlässlich informiert wurde. Ich habe dann den Netatmo-Support kontaktiert und von diesem die Empfehlung erhalten, die Kamera zurückzuschicken. Das habe ich nun auf getan, falls ich wieder ein Exemplar zum Test erhalte werde ich mich wieder mit einem Update melden ob diese Problem durch einen Hardware-Fehler der Kamera verursacht wurden, oder ob es sich um ein generelles Problem handelt.

Update vom 24. Juli 2018

Nachdem meine ursprüngliche Netatmo Presence von meinem Händler auf Garantie ausgetauscht wurde, läuft die neue Kamera nun schon seit einigen Monaten ohne das oben genannte Probleme wieder aufgetaucht sind. Somit war es anscheinend doch nur ein einmaliger Hardware Defekt.