Nachdem ich bereits die Outdoor Variante der smarten Sicherheitskamera von Netatmo getestet habe, ist nun die Indoor Version, die Netatmo Welcome, an der Reihe.

Netatmo liefert mit der Welcome eine Sicherheitskamera für den Innenbereich, die zusammen mit der Netatmo Presence die smarte Überwachung der eigenen vier Wände bewerkstelligen soll. Dabei werden beide Typen über die gleiche App gesteuert und teilen sich somit auch die selbe Ereignisliste. Die Welcome kann aber, im Gegensatz zur Presence, Gesichter erkennen. Zunächst läuft aber die Installation bei der Welcome genauso einfach wie bei der Presence. Man wird über die App aufgefordert die Kamera auf den Kopf zu stellen, nach einiger Zeit wird sie gefunden und man kann sie mit seinem Wlan und seinem Netatmo Konto verbinden. Dieser Einrichtvorgang ist in wenigen Minuten abgeschlossen und ab diesem Zeitpunkt sucht die Kamera nach Gesichter und Bewegungen im Raum. Man sollte die Kamera so positionieren, dass sie den Eingangsbereich gut in Sicht und dieser nicht weiter als 5 Meter entfernt ist. Problematisch ist auch wenn Licht durch eine Tür oder Fenster von hinten auf die Personen fällt, dann funktioniert die Gesichtserkennung nicht mehr. Nachdem die Kamera nun in Betrieb genommen wurde, werden Gesichter zunächst als unbekannte Person erkannt. Alle Personen die Zugang zum Haus haben, sollten nun angelernt werden. Auch das geht über die App, man drückt einfach lange auf das unbekannte Gesicht, es popt ein Menü mit Identifizieren auf und man wählt eine bereits vorhandene Person aus, oder legt eine neue an. Je öfter nun das Gesicht gesehen und zugeordnet wurde, desto besser erkennt die Kamera die Person. Bei mir hat eigentlich schon nach 2 Tagen die Kamera 90% Erkennungsgenauigkeit erreicht. Zwischendurch wird man von der App auch immer mal wieder dazu aufgefordert zu bestätigen, dass die erkannten Gesichter auch wirklich zur jeweiligen Person gehören. Nach 2 Wochen funktionierte dann bei mir die Gesichtserkennung, zumindest bei guten  Lichtverhältnissen, sehr gut. Alle Aufzeichnungen werden zwar auf die SD-Card der Kamera abgelegt, die Abfrage geht aber nur über das Netatmo Konto und somit die Server von Netatmo. Dafür fallen aber keine weiteren Kosten an. Jedes Ereignis, also wenn eine Bewegung oder eine Person erkannt wurde, kann eine Benachrichtigung auslösen und es wird ein Eintrag in der Ereignisliste, der schon ein kleines Vorschaufenster enthält, angelegt. Wenn man diesen Eintrag anklickt wird, je nach Einstellung, ein Video dieses Ereignisses abgespielt.

Photos: Masaki Okumura and Marion Leflour

Aber was bringt nun diese Gesichtserkennung? Nun es gibt da, neben der Möglichkeit auf der App nachzuschauen wer gerade zu Hause ist, oder der die Benachrichtigung wenn eine Person nach Hause kommt, noch einen weiteren entscheidenden Vorteil. Erstens kann man der Kamera sagen, dass bei erkannten Bewegungen, die zu einer identifizierten Person gehören, keine Aufzeichnung oder Benachrichtigung erfolgen soll. Das ist natürlich vom Gedanken des Datenschutzes ein großer Vorteil zu Produkten anderer Hersteller die dann jede Bewegung der Bewohner eines Hauses kontinuierlich aufzeichnen. Da die Kamera so auch weiss, ob einer der Bewohner zu Hause ist (dazu kann übrigens auch die GPS-Position des zugehörigen Smartphones verwendet werden), werden dann auch nur Benachrichtigungen, im Ernstfall also wenn wirklich eine unbekannte Person das Haus betritt, ausgelöst. Dabei erkennt die Kamera auch noch einen weiteren Bewohner des Hauses, nämlich ob die Bewegung durch ein Haustier ausgelöst wurde. Hier werden zwar nicht unterschiedliche Haustier angelernt sondern, die Kamera erkennt aber, dass das Bewegungsmuster von einem Haustier stammen könnte. Auch das funktioniert bei mir und meinen beiden Katzen eigentlich überraschend gut.

Fazit

Die Netatmo Welcome bietet smarte Sicherheit für den Innenbereich. Durch die Möglichkeit Bewohner und Haustiere zu erkennen werden unnötige Benachrichtigungen minimiert. Die Einrichtung ist schnell und einfach bewerkstelligt und die Steuerung über die App ist ebenso einfach gelöst. Mit einem Preis von knapp unter 200,- gehört sie zwar nicht zu den Schnäppchen ist aber durchaus jeden Euro wert.