Der Funktionsumfang der Synology Diskstation 416play geht weit über eine einfache Netzwerkspeicherlösung hinaus. Ein umfangreiches App-Angebot läßt das NAS Laufwerk zur idealen Lösung für die Cloud im eigenen Haus aufsteigen.

Die meisten Anwender nutzen heute verschiedene Endgeräte, wie Computer, Smartphones und Tablets parallel. Natürlich möchte man seine Fotos, Dokumente und dgl. auch auf allen Geräten verfügbar haben. Die Frage ist dann, wie bewerkstelligt man die Synchronisation der Daten zwischen den verschiedenen Endgeräten. Dabei soll diese im besten Fall automatisch und just-in-time passieren. Sprich wenn man unterwegs ein Foto auf seinen Smartphone macht, sollte dieses über das Internet dann sofort im Hintergrund auch auf sein Tablet übertragen werden. Dazu nutzt man meistens die Cloud-Lösungen der verschiedenen Anbieter. Natürlich werden dann die Bilder und Daten auf die Rechenzentren von Apple, Google und Co übertragen und sind irgendwo in Amerika gespeichert. Da bleibt natürlich für den Anwender ein ungutes Gefühl. Ich habe mir nun angeschaut wie man diesen Komfort behalten kann, aber dennoch seine Daten nicht auf fremden Servern speichern muss. Dazu nutzen ich ein NAS Laufwerk der Firma Synology.

Die Hardware

Die Synology Diskstation 416play ist ein NAS Laufwerk mit der Möglichkeit bis zu 4 3.5″/2.5″ Festplatten einzubauen. Diese können dann im RAID-Verbund arbeiten und je nach RAID Type eine Größe bis zu 40 TB an Speicherplatz bieten. Ich habe in mein Laufwerk 4 Stück 3 TB Festplatten im RAID 6 Modus eingebaut. Somit werden die Daten per Striping auf mehrere Festplatten verteilt und für den Ausfallschutz ist eine 2-Festplatten-Redundanz gegeben.

Das NAS-Laufwerk bietet mit einem 64 Bit Intel Celeron N3060 Dual Core Prozessor mit burst bis zu 2.48 GHz eine hohe Rechenleistung. Dank der Hardware-Transkodier-Einheit können 4k Ultra HD Videos in Echtzeit transkodiert werden was für den Einsatz als Multimedia-Server von Vorteil ist. Weiters bietet das Laufwerk zwei GBit LAN Anschlüsse zur Ausfallsicherheit und USB 3.0 Ports für den Anschluss von externen Datenträgern. Für die Datensicherheit steht eine AES-NI Hardwareverschlüsselung Engine zur Verfügung.

Bezüglich Lautstärke kann man die integrierten großen Lüfter durchaus im „stillen Modus“ betreiben, dann sind diese kaum hörbar. Beim Stromverbrauch gibt Synology im Zugriff max. 29 W an und im Ruhemodus der Festplatten 12.5 W.

Die Einrichtung des NAS Laufwerks geht, recht einfach, mit der Weboberfläche über die Bühne, dann hat man im Browser eine Desktop ähnliche Oberfläche, wo man die umfangreichen Konfigurationsmöglichen der Diskstation vornehmen kann. Hier kann man auch die Benutzer, freigegeben Ordner und vieles mehr einrichten. Man sollte sich also Zeit nehmen mal alle Menüpunkte und die verfügbaren Hilfsseiten zu studieren. Über das Paketzentrum können dann noch die später beschriebenen Anwendungen für die Cloud-Lösung, Photostation und mehr installiert werden.

Die Cloud aus dem NAS

Wenn man somit seine Diskstation erfolgreich eingerichtet und mit seinem lokalen Netzwerk verbunden hat, geht es daran diese für die Cloud fit zu machen. Als ersten Schritt richtet man über den QuickConnect Punkt in der Systemsteuerung ein Konto bei Synology ein. Damit kann man dann einfach über das Internet verschlüsselt auf seine Diskstation zugreifen. Der Zugriff erfolgt dann einfach über die Domain Quickconnect.to/MeineID.

Als nächstes läd man dann die kostenlosen Apps von Synology aus dem App Store. Natürlich muss man vorher auch die entsprechende Software auf der Diskstation aus dem Paket Zentrum installieren.

Über die DS photo App kann man nun Fotos, welche man am iPhone aufnimmt, automatisch in frei definierbare Alben auf die Photo Station der Diskstation übertragen. Man verbindet sich daher über die Quickconnect ID und einem Benutzerkonto mit der Diskstation. Das funktioniert sowohl wenn man im lokalen LAN ist oder von ausserhalb über das Internet. Hier sollte man auch den Punkt Https-Zugriff aktivieren und einen Passcode einrichten bzw. Touch-ID aktivieren. Dann kann man Photo Backup in der App aktivieren und ab sofort werden alle Photos auf das NAS Laufwerk übertragen und stehen dann auf allen verbundenen Endgeräten zur Verfügung. Auf einem MAC oder Windows-PC gibt es leider nur die Weboberfläche der Photostation zum Betrachten und Bearbeiten der Fotos. Dennoch hat man hier umfangreiche Möglichkeiten auch ein großes Fotoarchiv zu verwalten.

Analog gibt es noch die DS video und DS audio wo man seine Videos und Audio Dateien verwalten und auf allen mobilen Endgeräten abspielen kann.

Der Cloud Station Server

Für die Nutzung der Cloud ist aber die wichtigste Anwendung der Cloud Station Server. Dieser wird zunächst über die Weboberfläche der Diskstaion aus dem Paket-Zentrum geladen. Dann kann man Ordner und Benutzer einrichten. Sobald dies geschehen ist, stehen für MAC und PC zwei Programme zur Verfügung. Cloud Station Drive und Cloud Station Backup. Mit ersterem werden nun die Ordner aus dem Cloud Station Server in einem lokalen Ordner synchronisiert und mit dem letzteren kann man automatische Backups auf das NAS Laufwerk einrichten.

Mit Cloud Station Drive kann man auf seine Dateien ganz normal über diesen lokalen Ordner zugreifen, jedoch werden diese, sobald man sie geändert hat, automatisch über das Internet auf seine Diskstation übertragen und somit auch auf alle verbundenen Endgeräte. Wenn man also auf seinem Mac eine Worddatei bearbeitet und in den lokalen Cloudstation Drive Ordner speichert, wird sie automatisch auf sein NAS Laufwerk übertragen. Für mobile Endgeräte gibt es dann die DS cloud App.

Damit werden alle Ordner (eine Selektion welche Ordner synchronisiert werden sollen ist möglich) auch auf den mobilen Endgeräten abgelegt und können auch hier geöffnet und je nach verfügbarer App (z.B. MS Word) auch bearbeitet und wieder gespeichert werden.

Fazit

Mit der Synology Diskstation 416play hat man ein leistungsstarkes NAS Laufwerk das sich als Multimedia Server aber vor allem auch als Cloud Server einsetzten läßt. Mit dem Cloud Station Server und den dazugehörenden lokalen Anwendungen Cloud Station Drive bzw. DS cloud kann man die optimale und sichere Cloud-Lösung einrichten und seine Daten dennoch auf einem Server in den eigenen vier Wänden speichern.